Geschichte

Die Geschichte von Bolnisi ist die Geschichte von schwäbischen Auswanderern, die ab dem Frühjahr 1817 ihre Heimat verließen, um im Kaukasus neue Siedlungen zu gründen.

images Eine davon war Katharinenfeld, benannt nach der württembergischen Königin Katharina, einer   Schwester von Zar Alexander I. Wirtschaftliche Not und religiöse Isolation zwangen die pietistischen Schwaben zu diesem Schritt. Nach den Anfangsjahren mit Epidemien, Überfällen und großen wirtschaftlichen Problemen entwickelte sich Katharinenfeld Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem blühenden Gemeinwesen mit fünf Fußballmannschaften, einer deutschen Zeitung, einer Grundschule, einer lutherischen Kirche, einem Jägerverein und einer Theatergruppe. 1921 wurde die Stadt von den Kommunisten in Luxemburg umbenannt. 1941 ließ Stalin alle Deutsche, die nicht mit Georgieindexrn verheiratet waren, nach Sibiren und Kasachstan deportieren, insgesamt 6.000 Menschen. Seit 1944 heißt die Stadt Bolnisi.  Heute sind  nur noch wenige deutschstämmige Bewohner in Bolnisi, das in einigen Bereichen noch immer eine deutsche Architektur erkennen lässt.

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Das Erbe der deutschen Gründer wird in einem kleinen Museum gepflegt und in der kleinen evangelisch-lutherischen Gemeinde, die sich nach dem Ende der Sowjetunion wieder gefunden hat. Heute sind 85 % der rund 17.000 Einwohner ethnisch Georgier, der Rest meist aserbaidschanischer Abstammung. An das Schicksal der deutschen Einwohner erinnert im Zentrum der Stadt eine zweisprachige Gedenktafel.

Die Stadt lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft, dem Anbau von Wein und Gemüse. In der Nähe von Bolnisi wird Gold abgebaut. Sie ist außerdem Verwaltungszentrum für die Umgebung.

Bolnisi beherbergt eine der ältesten christlichen Kirchen Georgiens, die Sioni-Kirche. Sie stammt aus dem 5. Jahrhundert. In ihrem Mauerwerk sind heidnische Elemente erkennbar.

Hotel Deutsche Muehle Bolnissi |Hotel German Mill Bolnisi|

In Bolnisi gab es drei Mühlen. Auf den Grundmauern der früheren Kötzle-Mühle wurde in den Jahren 2010 – 2013 in traditioneller Stein- und Holzbauweise das neue Hotel und Restaurant Deutsche Mühle Bolnisi erbaut. Über die Geschichte der Kötzle-Mühle gibt es derzeit keine verwertbaren Quellen. Das Gebäude ist lediglich in einem Grundstückplan des alten Katharinenfeld aufgeführt.